20. Neujahrsempfang

(Rückschau, 22.01.2020)

"mehr Meister als Master"

Am 08.Januar 2020 lud die Kreishandwerkerschaft Dachau zu ihrem 20. Neujahrsempfang in den Saal der Sparkasse Dachau ein. Unseren herzlichen Dank an Kaminkehrermeister Oswald Klein, der unseren Gästen wieder kleine Kaminkehrer als Glücksbringer überreichte. 

Zunächst begrüßte Hermann Krenn, Direktor der Sparkasse Dachau als Hausherr die Gäste aus Handwerk, Politik, Verbänden, Schulen und Kirchen. Er betonte die Verbundenheit der ortsansässigen Banken mit dem Handwerk -  die Zahl 20 zeige auf, welch wichtiger Faktor das Handwerk im Freistaat sei - denn 20 % der der deutschen Handwerksbetriebe befinden sich in Bayern.

Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs rückte in seiner Ansprache den Fachkräftemangel in den Mittelpunkt und machte sich Gedanken, wie dem begegnet werden könnte. Es bräuchte neue Wege - das Verständnis der Gesellschaft von einer Pyramide müsse sich wandeln hin zu einem Kreis, in dem jeder einzelne seine Verantwortung übernimmt. Das Handwerk muss dem Mangel an Fachkräften aktiv entgegentreten - also  zunächst einmal selbst ausbilden. Die Gewinnung von Auszubildenden setzt seiner Ansicht nach sehr viel früher ein als bisher - nämlich schon im Kindesalter. Daher macht er sich für die Kooperation mit den Grundschulen stark. Aber auch das Bewusstsein der Eltern müsse man angehen, denn dort liegt die Verantwortung für den Werdegang der Kinder.

Grußworte sprachen auch Landrat Stefan Löwl und Oberbürgermeister Florian Hartmann. Stefan Löwl nannte das Handwerk die Basis für unser Leben im Landkreis. Auch er geht auf den Fachkräftemangel ein und spricht hier die Integration ausländischer Mitarbeiter an, die notwendig sei, "um unseren Lebensstandard zu sichern".

OB Hartmann erkennt ebenso, dass "das Handwerk allgegenwärtig in Dorf und Stadt" sei. Doch, so fragt er: "Wie bekomme ich als Handwerksgeselle eine bezahlbare Wohnung in Dachau?" Dieses Problem haben auch viele andere "Normalverdiener", wie etwa MItarbeiter der Stadtverwaltung oder Erzieherinnen. Er verwies auf die aktuellen und geplanten Baumaßnahmen der Stadt Dachau, die so als verlässlicher Partner seine Einwohner entlasten möchte.

Als Hauptredner des Abends beteuerte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, dass das deutsche Handwerk auch in politisch bewegten Zeiten "in guter Verfassung" sei, "verankert in der Gesellschaft und ein Stabilisator, auf den wir stolz sein können". Seine fundierte, anschauliche Schilderung zur aktuellen Lage kam bei Allen bestens an. Besonders im Hinblick auf den bevorstehenden Generationswechsel im Mittelstand begrüßte er die Entscheidung der Politik zur Rückkehr zur Meisterpflicht in  zwölf Handwerksberufen. Auch wenn das erst ein Anfang sein dürfe. In Klimaschutz und Nachhaltigkeit sieht er "gute Chancen" für das Handwerk, "aber wir müssen es gemeinsam schaffen, ohne uns gegeneinander auszuspielen und mit Maß und Ziel!" Darüber hinaus forderte Wollseifer die komplette Abschaffung des Soli, die Deckelung der Sozialabgaben und beklagte die Überbürokratisierung: ein Handwerker verbringe 40 Prozent seiner Zeit am Schreibtisch. In puncto Fachkräftemangel sei wichtig, "auf allen Ebenen aktiv zu sein, um Einfluss zu nehmen. Wir brauchem, wenn 60 Prozent der Schulabgänger studieren, eine Umkehr in der Bildung und eine größere Wertschätzung des Handwerks. Nicht nur Master, sondern auch Meister brauchen wir!" 

Bevor er seine Gäste noch zu einem Umtrunk einlud, überreichte Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs das von der Sparkasse Dachau unterstützte Meisterstipendium an drei Jungmeister aus dem Landkreis Dachau. Voraussetzung ist ein guter Abschluss auf der Meisterschule und damit verbunden die Verleihung des Staatsehrenpreises des Freistaats Bayern. Mit dem Meisterstipendium erhalten die Geehrten einen Geldpreis für ihre Weiterbildung.

 

 

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